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Benutzerfreundlichkeit im Fokus

UX Feature #4: mehrstufiges Rückgängig/Wiederherstellen?

 Ein Umbruch wie schon lange nicht mehr: Industrie 4.0 verändert die ITK-Branche. (Bild: Fraunhofer IPA)

Bild 5: Ein Umbruch wie schon lange nicht mehr: Industrie 4.0 verändert die ITK-Branche. (Bild: Fraunhofer IPA)

‚Permit easy reversal of actions‘ ist eine weitere Forderung innerhalb der goldenen Regeln. Anwender möchten sich die Funktionalität einer Anwendung spielerisch erarbeiten können. Dazu gehört die Sicherheit, vorgenommene Eingaben und Änderungen auch problemlos wieder rückgängig machen zu können. Eine benutzerfreundliche Anwendung bietet daher eine mehrstufige Undo- und Redo-Funktionalität. Die Implementierung einer solchen Funktionalität ist nicht trivial und muss bei der Softwareentwicklung frühzeitig berücksichtigt werden. Mehrstufiges Undo/Redo erfordert in der Regel die Umsetzung einer sogenannten Event-Sourcing-Architektur, die für die Entwickler so manche Herausforderung bereithält. Merlic bietet immerhin ein einstufiges Undo/Redo, die anderen Softwarepakete müssen hier allerdings passen.

UX Feature #5: Reaktiv durch Parallelisierung?

Seit über zehn Jahren sind Multi-Core CPUs für den PC-Massenmarkt verfügbar und auch im embedded-Bereich finden Multi-Core-Technologien immer mehr Verbreitung. Eine moderne Anwendung sollte daher die Leistungsfähigkeit der im Rechner vorhandenen Hardware (CPU und GPU) möglichst vielschichtig ausnutzen. Dazu gehört einerseits die parallele Verarbeitung von Bilddaten, andererseits aber auch der überlegte Einsatz von Nebenläufigkeit im UI. Die Verteilung eines (geeigneten) Bildverarbeitungsalgorithmus auf mehrere Threads ist mit moderner Compiler-Unterstützung heutzutage nicht mehr die große Herausforderung und sollte daher im Bereich Bildbearbeitung und Bildverarbeitung Standard sein. Anders sieht es bei der Aufgabe aus, mithilfe von Multi-Threading das UI möglichst reaktiv (reaktionsfähig) zu halten. Dauerhaft abgedimmte und eingefrorene Fenster wirken immer unprofessionell und sind für den Anwender wenig vertrauenerweckend. Der Anwender möchte ohne Wartezeit jederzeit eingreifen können und längere Berechnungsprozesse durchaus aktiv abbrechen. Ohne eine saubere Anwendungs-Architektur lässt sich derlei Komfort kaum stabil implementieren.

UX Feature #6: Erweiterbarkeit?

Erweiterbarkeit bezeichnet hier nicht Änderungen an Datenstrukturen und Programmaufbau auf Seiten des Softwareherstellers im Rahmen der üblichen Wartungsphase der Software. Unter Erweiterbarkeit versteht man die Option für den Anwender der Software, ohne Beteiligung des Herstellers die Software über öffentlich dokumentierte Schnittstellen (APIs) funktional zu erweitern und an eigene Bedürfnisse anzupassen. Insbesondere im industriellen Umfeld schafft eine Plug-in-Schnittstelle die Freiheit, z.B. proprietäre Geräteanbindungen und Kommunikationsprotokolle eigenständig nachzurüsten. Bei vergleichbarer Funktionalität variieren die von den Anbietern verwendeten Bezeichner: Matrox z.B. nennt Plug-ins ‚custom steps‘, Cognex spricht von ‚custom plugins‘ und MVTec von ‚custom tools‘. Große Softwaresysteme werden durch das Vorhandensein leistungsfähiger Erweiterungsschnittstellen besser wartbar. Microsoft z.B. unterstützt derlei Ansätze mit dem Managed Extensibility Framework (MEF) und stellt für die Implementierung von Plug-in-Mechanismen die benötigte Infrastruktur (einschließlich einer optionalen Lazy Initialization) bereit. Im Rahmen einer so genannten dynamic-discovery-Phase wird zum Start der Anwendung in einem vordefinierten Pfad nach Modulen bzw. Assemblies gesucht, die ihre Funktionalität entsprechend vordefinierter Regeln exportieren. Diese Funktionalität steht dann in der Anwendung zur Laufzeit zur Verfügung. Für den Anwender einer Software ist es vorteilhaft, wenn sich ein umfangreicher Drittmarkt entwickeln kann, weil die technischen und kommerziellen Einstiegshürden für die Implementierung von Plug-ins niedrig sind. Idealerweise unterstützt der Softwarehersteller die Entwickler von Plug-ins, indem er zwischen Anbieter und möglichen Abnehmern proaktiv vermittelt.

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