Reportage: Bedienbarkeit von IBV-Software im Test

Benutzerfreundlichkeit im Fokus

Immer mehr Anbieter liefern Software für die interaktive Konfiguration von Bildverarbeitungsanwendungen. Bei der Masse an Funktionalität bleibt allerdings schnell die Bedienbarkeit auf der Strecke. Im Rahmen dieses Beitrages sollen die User Interfaces (UI) der Softwarepakete Vision Designer (Cognex), Design Assistant (Matrox Imaging) und Merlic (MVTec) etwas genauer betrachtet werden.

 Besser und ansprechender kann man das kaum machen: Eine Seite im Assistent für die Parametrierung einer Vollständigkeitskontrolle in der Software von ifm (Bild: ifm electronic)

Bild 1: Besser und ansprechender kann man das kaum machen: Eine Seite im Assistent für die Parametrierung einer Vollständigkeitskontrolle in der Software von ifm (Bild: ifm electronic)

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Bildverarbeitungssoftware für die PC-Plattform, die man ohne Programmierung interaktiv für eine industrielle Anwendung konfigurieren kann, gibt es seit Mitte der 90er Jahre am Markt. In den letzten Jahren haben einige der großen Bibliothekshersteller wie Cognex, Matrox und MVTec ihr Produktportfolio um entsprechende Softwareprodukte erweitert. Im Rahmen eines Beratungsprojektes ergab sich die Gelegenheit, neben weiteren Softwarepaketen und Vision-Sensoren den Cognex Vision Designer, den Matrox Design Assistant und MVTecs Merlic genauer kennenzulernen. Alle drei genannten Anbieter positionieren sich ähnlich wie MVTec, die Merlic mit dem Slogan ‚Bildverarbeitungssoftware, mit der Komplettlösungen schnell zusammengestellt werden können, ohne eine einzige Codezeile zu schreiben‘ bewerben. Die Vermarktung der Software ist mehr oder weniger offen an die jeweils darunterliegende Bildverarbeitungsbibliothek gekoppelt. Cognex sieht den Designer ‚bundled with VisionPro Software‘, für Matrox ist der Design Assistant ‚die grafische Entwicklungsumgebung für die MIL‘, lediglich MVTec ist mit Verweisen auf die Halcon-Bibliothek recht zurückhaltend. Allen Softwarepaketen ist gemeinsam, dass sich die Kette der Verarbeitungsschritte einer Prüfanwendung mehr oder weniger graphisch mit der Maus zusammenstellen lässt. Der Anwender baut Schritt für Schritt eine Abfolge von Operationen für die Inspektion eines Prüfteiles interaktiv zusammen. Matrox verwendet als Strukturelement ein stark an die DIN angelehntes Flussdiagramm (Bild 2), Cognex spricht von einem ‚graphical sequence diagram‘, das gewisse Anleihen sowohl bei Labview als auch Powerpoint erkennen lässt, MVTec hingegen verfolgt einen eigenständigen und optisch sehr ansprechend gestalteten Ansatz, der das von der Kamera generierte Bild in den Mittelpunkt der interaktiven Bearbeitung stellt. Bei Matrox und MVTec konfiguriert man den chronologischen Ablauf der Prüfung im Fenster von oben nach unten, im Cognex Designer hingegen von links nach rechts.

 Selbsterklärend und übersichtlich: Flowchart im Matrox Design Assistant (Bild: Matrox Imaging)

Bild 2: Selbsterklärend und übersichtlich: Flowchart im Matrox Design Assistant (Bild: Matrox Imaging)

Designer als zentrales Werkzeug

Mit der Bereitstellung der ‚Controldesigner‘-Klasse im .NET Framework hat Microsoft bereits 2002 eine Schrittmacher-Funktion für die Kategorie der so genannten graphischen Designer übernommen. Mittlerweile findet sich in vielen Programmen eine daraus abgeleitete Funktionalität, mit der man das Design und die Anordnung von Controls in einem Fenster bequem interaktiv konfigurieren kann. Für die drei hier besprochenen Softwarepakete ist die Designerfunktionalität ein wesentliches Leistungsmerkmal. Alle drei Pakete bieten zusätzlich zur graphisch-interaktiven Konfiguration des Prüfablaufes die Möglichkeit, das Frontend für den automatisierten Prüfbetrieb unter Nutzung graphischer Designerwerkzeuge frei zu gestalten. Insgesamt ist beeindruckend, welchen großen Funktionsumfang die Softwarepakete bieten. Um einigermaßen seriös einen Leistungsvergleich der Tools wie z.B. Pattern Matching, Blob Analysis und Code Reading unter reproduzierbaren Laborbedingungen anzustellen, würde man aufgrund der umfangreichen Funktionalität der hier betrachteten Anwendungen sicher schnell beim Umfang einer Masterarbeit landen. Bei meinen weiteren Betrachtungen möchte ich daher das Thema Algorithmen komplett außen vor lassen. Das User Interface (UI) ist die eigentliche Produktneuheit, liegt es doch quasi als neue Schicht über den seit vielen Jahren bewährten Bibliotheken. Zum Thema Usability einer Anwendung möchte ich einige grundsätzliche Überlegungen anstellen.

Benutzerfreundlichkeit im Fokus
Besser und ansprechender kann man das kaum machen: Eine Seite im Assistent für die Parametrierung einer Vollständigkeitskontrolle in der Software von ifm. (Bild: ifm electronic)


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