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Bestandsaufnahme

Warum Framegrabber immer noch gebaut werden

In Zeiten, in denen Kamerahersteller von Massenmärkten sprechen, in denen nur Framegrabber-lose Standards eine Rolle spielen, und bereits Consumer-Schnittstellen für den Kameramarkt Bandbreiten in Gigabyte-Dimensionen anbieten, fragt man sich schon zuweilen, wer und wo die Absatzmärkte für Framegrabber heute noch sind.
Mit Framegrabbern wird sicherlich kein Massenmarkt bedient, aber ein wichtiger Spitzenmarkt, der auch die Technologie sichert, die Bildverarbeitung verwendet. Aber reichen diese Nischenmärkte für die Hersteller aus? In erster Konsequenz hat sich der Anbietermarkt für Framegrabber in den letzten zehn Jahren stark konsolidiert. Neben Akquisitionen und Insolvenzen gab es eine Reihe von Firmen, die ihre Geschäftsidee, durchaus erfolgreich neu ausrichteten. Seit wenigen Jahren gibt es wieder Neugründungen von Framegrabber-Firmen, was durchaus für unbesetzte Nischen spricht.

Welche Technologien brauchen Framegrabber?

In den vergangenen Jahren sind für die Framegrabber keine Schnittstellen weggefallen, jedoch neue hinzugekommen. Camera Link (CL) erfreut sich immer noch eines regen Interesses, insbesondere durch Auffrischung der Produktserien einiger Framegrabber-Hersteller. Somit wird sogar in alte Technologie investiert, um ihre Attraktivität weiterhin hochzuhalten. Mit CoaXPress (CXP) hat sich inzwischen ein Hochgeschwindigkeitsstandard etabliert, der über eine gute Auswahl bei den Einzelkomponenten verfügt. Interessant ist hierbei, dass sich die Breite der standardisierten Leistungsklassen inzwischen auch im Markt wiederfindet. Auch wird über Erweiterungen der heutigen Leistungsgrenzen mit Einführung der 12,5GHz-Technologie ernsthaft diskutiert. Eigentlich machte seinerzeit der Camera Link High Speed (CLHS) Standard alles richtig: er bot allen interessierten Herstellern einen Funktions-Core für einen geringen Aufmerksamkeitsbetrag an. Dennoch ist es dem Standard nicht gelungen, die Breite von CoaXPress zu erreichen. Zu ähnlich erscheinen die Standards, dass Hersteller die doppelte Entwicklungsinvestition eingehen wollen. Diese drei digitalen Standards benötigen zwingend einen Framegrabber. Weitere Standards wie Firewire, USB2, USB3 Vision (U3V) und GigE Vision können dagegen auf integrierte Schnittstellen im PC zugreifen. Aber auch hier gibt es Gründe, weshalb Framegrabber eine Rolle spielen können. Darüber hinaus es gibt den Markt der individuellen OEM-Lösungen. Diese Kunden benötigen entweder durch ihre besonderen Anforderungen eine Speziallösung oder lassen sich über die Projektgröße einen auf das jeweilige System optimierten Framegrabber in hoher Stückzahl bauen.

Wo werden Framegrabber gebraucht?

Der Bedarf in den hochdynamischen Märkten Halbleiter, Elektronik, Flat Panel Display, TFT, Solar und weiteren Industrien, entsteht vor allem in Asien und auch in Israel. Diese Anwendungen und Industrien treiben auch indirekt die neuen Entwicklungen und Standards. Aber schon heute zeigt sich eine Lücke zwischen der Bandbreite der Sensorenentwicklung und den verfügbaren Standards. Für die Kunden gibt es kaum Alternativen zu den Kombinationen aus Hochgeschwindigkeitskamera und -framegrabber. Time-to-market für die asiatischen Hauptmärkte ist dabei eine technologische Anforderung an die Framegrabber-Hersteller. Beobachtet man den Markt der verfügbaren Produkte, z.B. bei CXP, wurden die Hochgeschwindigkeitsprodukte, die die maximal spezifizierte Bandbreite von 25GB/s (4×62,5GHz) erreichten, als erstes veröffentlicht. In der nächsten Generation folgen nun auch die langsameren, ein- und zweikanaligen Varianten. Hier kommen nun auch verstärkt die europäischen und amerikanischen Märkte hinzu, die für ihre Systeme eine Balance aus Entwicklungs- und Komponentenkosten für die internationalen Märkte finden müssen. Bei den niedrigeren Geschwindigkeiten kommt es sofort zu Überschneidungen der Standards im Bandbreitenbereich. Dort spielen dann auch die Framegrabber-losen Kameralösungen wieder eine Rolle.

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