In drei Schritten zur Applikation

Einfache Applikationsentwicklung mit Tool-Box-Technik

Matrix Vision stellen mit der intelligenten Kamera BlueGemini neben vielen technischen Details auch ein neues Konzept vor, um Inspektionsprogramme auch ohne Programmier- bzw. Bildverarbeitungskenntnisse erstellen zu können. Wie das funktioniert, verrät Uwe Furtner, Geschäftsführer der Matrix Vision GmbH, im Interview.

Was kann die intelligente Kamera BlueGemini, was vergleichbare Produkte nicht können?

Furtner: Wir hatten bei der Entwicklung der Kamera nicht nur das ‚Was‘, sondern auch das ‚Wie‘ im Auge. Was die BlueGemini im Vergleich zu anderen kann, ist, dass die intelligente Kamera bequem per Browser auf PC, Tablet oder Smartphone ohne Installation bedient werden kann, d.h. ob unterwegs oder im Firmen-WLAN, von überall aus kann eine Inspektion überwacht werden. Dadurch ist es auch möglich, dass wir uns bzw. der Kunde als Integrator selbst, bei Support- oder Unterstützungsanfragen auf das System einloggen können, sobald der Zugang gewährt wird. Daneben ist die Software auf die Hardware abgestimmt, was z.B. bei der Liveübetragung zu sehen ist. Anstatt große Raw-Bilder zu verschicken, werden zur Livebild-Darstellung komprimierte JPEG-Bilder on-the-fly erzeugt und über das Netzwerk übertragen. Kunden haben zudem die Möglichkeit, die GUI anzupassen, weitere Sprachen hinzuzufügen und die Tool-Box mit weiteren Tools zu erweitern. Noch wichtiger war uns aber das ‚Wie‘. Das Motto rund um die BlueGemini war, dass selbst die ‚Oma‘ ein Inspektionsprogramm entwickeln kann. Eine große Herausforderung, deren Meisterung unserer Meinung nach sehr gut gelungen ist. Aber was heißt das? Wenn man den Smart-Kamera-Markt betrachtet, gibt es zwei Arten von Lösungen: entweder programmierbar, dann aber extrem kompliziert, oder parametrierbar, dann aber mit eingeschränktem Funktionsumfang. Wir haben eine eigene Lösung. Ohne Programmier- bzw. Bildverarbeitungskenntnisse können Inspektionsprogramme erstellt werden, da wir einzelne Bildverarbeitungsschritte logisch zusammengefasst bzw. abstrahiert und mit einer Funktionalität versehen haben, die dem Anwender mit Wizards unter die Arme greift, die passenden Algorithmen wählt und Parameter setzt.

Sie behaupten ‚In drei Schritten zur Applikation‘ zu kommen. Welche drei Schritte sind das?

Furtner: Ganz einfach: Bild aufnehmen, Tool auswählen und Analyse-Ergebnisse definieren. In vielen Fällen reichen diese Schritte schon aus. Ein Beispiel: Sie wollen einen Barcode lesen. Bild aufnehmen ist per Standard schon vorgegeben. Folgt Schritt zwei. Hierzu gibt es in der Tool-Box das ‚Code lesen‘-Tool. Der Wizard hilft dabei, dass das Tool in einer Minute parametrisiert ist. Des Weiteren wird der gelesene Code in den Analyse- bzw. Statistik-Bereich übergeben. Hier können Sie dann die Ergebnisse überprüfen. Wenn die Prüf-Objekte schon ausgerichtet sind, reichen die drei Schritte aus. Aber die Tool-Box enthält viele weitere Tools, wie z.B. ein ‚Objekt finden‘-Tool, welches ggf. Objekte auch ausrichtet.

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