VDMA IBV Expertenrunde – Teil 5: Industrie 4.0 & Bildverarbeitung

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Welche Aufgabe spielt Bildverarbeitung bei Industrie 4.0?

Die Smart Factory von morgen wird zunehmend auf die Daten und Ergebnisse der Bildverarbeitung angewiesen sein. Welche Anforderungen, Änderungen und Möglichkeiten Industrie 4.0 für die Bildverarbeitung sonst noch bereit hält, zeigt das Interview mit Dr. Christian Ripperda, Vice President bei der Isra Vision AG.

 (Bild: Isra Vision AG)

„Industrielle Bildverarbeitung und CAQ-Systeme rücken durch die zunehmende Vernetzung zukünftig noch näher zusammen.“ – Dr. Christian Ripperda, Isra Vision (Bild: Isra Vision AG)

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Reicht es zukünftig aus, als Systemhersteller nur Bilder zur Verfügung zu stellen?

Dr. Christian Ripperda: Sicherlich nicht, schließlich sind die Anwender bildverarbeitender Systeme nicht an Bildern, sondern an Lösungen interessiert. Die Bilder sind dabei als Datenquellen zur Ableitung von Informationen zu betrachten, die zur Qualitäts- oder Prozessoptimierung genutzt werden und Position-, Lage- oder Anwesenheitsinformationen von Elementen für die Automatisierung zur Verfügung stellen. Die Bilddaten liefern lediglich die Grundlage für die nachgelagerte Datenverarbeitung, Systemhersteller liefern üblicherweise ein vollständiges Informationspaket. Wer das verstanden hat, erkennt die Stärke bildverarbeitender Systeme: Da die Datenaufnahme auf geringstem Informationslevel stattfindet, sind die Systeme extrem flexibel und können mit wenigen Anpassungen verschiedenste Aufgaben lösen.

Welche Rolle spielt die Bildverarbeitung bei der Digitalen Transformation?

Ripperda: Im industriellen Umfeld wurde für die Digitale Transformation der Begriff Industrie 4.0 geprägt. Im Kern besteht hier die Chance Prozesse in der industriellen Produktion wandlungsfähiger zu machen. Erstmalig geht es nicht mehr lediglich um Effizienz und Qualität, sondern zusätzlich kommen u.a. kleinere Stückzahlen, individuell gefertigte Produkte oder eine auftragsgesteuerte Fertigung in die Reichweite des Möglichen. Selbstverständlich müssen dabei Effizienz und Qualität im Vergleich zu heutigen Verfahren zumindest das gleiche Niveau halten. Nötig ist dafür die Vernetzung der Systeme, die zur Bewältigung dieser Komplexität auf eine neue Art miteinander kommunizieren, d.h. über verschiedene Hierarchieebenen der klassischen Produktionspyramide hinweg und horizontal entlang der Wertschöpfungs- und Produktionskette. Die industrielle Bildverarbeitung dient dabei als wichtige Informationsquelle. Die inhärente Flexibilität wird benötigt, da die Produktion agiler wird. Die Bildverarbeitung liefert auch in Zukunft Informationen, um Prozesse in Qualität und Effizienz zu verbessern. Die horizontale und vertikale Vernetzung verschafft diesen Informationen aber eine größere Reichweite, Sichtbarkeit und Wertigkeit. Wir werden beispielsweise Fertigungslinien in der Automobilproduktion sehen, die agil rekonfigurierbar eine größere Anzahl an Fahrzeugderivaten produzieren können.

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Bild: Isra Vision AG


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