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Korrelationsfreies Inline-Messen

Auf dem Weg zur Null-Fehler-Fertigung

Die industrielle Messtechnik ist wesentlicher Bestandteil einer Industrie 4.0. Was sie bereits heute imstande ist zu leisten, verrät uns Dr. Kai-Udo Modrich, Geschäftsführer der Carl Zeiss Automated Inspection.

 (Bild: Carl Zeiss Automated)

„Über die grafische Darstellung von Messreihen einzelner Messmerkmale können die Anwender heute bereits sehen, ob Werkzeuge ausgetauscht oder Maschinen neu justiert werden müssen.“ – Dr. Kai-Udo Modrich, Carl Zeiss Automated Inspection (Bild: Carl Zeiss Automated)

Wie weit ist die industrielle Messtechnik noch von Industrie 4.0 entfernt?

Kai-Udo Modrich: Die Messtechnik wird in der Fabrik der Zukunft die Fertigung autonom steuern und damit letztlich eine Null-Fehler-Produktion ermöglichen. Derzeit ist das noch eine Vision. Aber die Entwicklungen gehen in diese Richtung. So werden beispielsweise die Messdaten aus der Inline-Messung bzw. über das fertigungsnahe Messen bereits über Software-Tools wie Piweb so ausgewertet, dass Rückschlüsse auf die Fertigungsmaschinen gezogen werden können, d.h. über die grafische Darstellung von Messreihen einzelner Messmerkmale können die Anwender heute bereits sehen, ob Werkzeuge ausgetauscht oder Maschinen neu justiert werden müssen. Sie agieren also, bevor Fehler auftreten. Noch interpretiert der Mensch die Daten und optimiert im Anschluss den Fertigungsprozess. Zukünftig wird es jedoch geschlossene Kreisläufe geben. Dann werden die Messdaten dem Schweißroboter autonom ’sagen‘, wie viel Energie er an welcher Stelle aufbringen muss. Spätestens dann werden wir keine Fehler mehr in der Fertigung sehen. Ein Ziel, dass bereits in greifbare Nähe gerückt ist, denn durch die derzeit eingesetzte Messtechnik hat sich die Fehler- und Ausschussrate bereits deutlich reduziert, was den Unternehmen mehr Spielraum in der Preisgestaltung gibt. Hinzu kommt, dass die Firmen mit moderner, vernetzter Messtechnik in die Lage versetzt werden, ihren Kunden wirtschaftlich effizient kleine Losgrößen und viele Produktderivate anzubieten – also genau das, was Kunden heute wollen.

Da ist es sicherlich von Vorteil, dass Sie Systeme sowohl für den Messraum, als auch für das fertigungsnahe bzw. Inline-Messen anbieten kännen?

Modrich: Ja, für unsere Kunden ist das ein enormer Vorteil. Von uns bekommen sie aus einer Hand, was sie für die Sicherung ihrer Qualität und die Optimierung ihrer Prozesse benötigen. Unsere Produkte greifen aber nicht nur nahtlos ineinander, wir können über Schnittstellen auch bestehende Messtechniklösungen des Kunden, z.B. an Piweb, anbinden und damit alle Qualitätsdaten zusammenführen und zentral auswerten.

Welche Neuheiten stellt Zeiss zur Control vor?

Modrich: Wie immer werden wir auf unserem Messestand in Halle 4 wieder viele neue Produkte bzw. Lösungen präsentieren. Eines der Highlights ist jedoch mit Sicherheit unser korrelationsfreies Messen. Ein Produkt, das die Inline-Messtechnik auf ein ganz neues Fundament stellen und für einen enormen Effizienzschub in der Fertigung sorgen wird. Es ermöglicht das korrelationsfreie Messen in der Linie. Mit dieser Lösung erhalten unsere Kunden ab dem ersten Bauteil die notwendige Sicherheit über die Maßhaltigkeit aller spezifizierten Merkmale. Damit sparen sie sich das alle Wochen unverzichtbare, jedoch aufwändige Nachmessen der Bauteile mit hochpräzisen Koordinatenmessgeräten. Ein großer Schritt in Richtung Industrie 4.0, denn es schafft die Grundlage, um den bereits angesprochenen Prozessregelkreis zwischen Inline-Messstation und Schweißroboter zu implementieren.

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