Anzeige
Anzeige

Paper Web Monitoring

Prüfung der Produktion statt Prüfung des Produktes?

Die oben gestellte Frage muss man mit einem klaren ‚Nein‘ beantworten. Beide Prüfungen haben ihren eigenen Zweck, aber in Zusammenarbeit, wenn möglich in einem integrierten System, ergeben sie zusammen das ideale Werkzeug zur Effizienzsteigerung des kompletten Prozesses.
Web Monitoring, auch als Abriss- oder Bahnbruchanalyse bezeichnet, soll schnellen Aufschluss über eine Bahnbruchursache geben, um dem Personal dabei zu helfen, die Produktion schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Hierbei werden die Kameras in MD-Richtung (machine directional) entlang der Maschine ausgerichtet, um so die Bahnbruchursache entgegen der Laufrichtung des Prozesses zurückverfolgen zu können. Da sich in den Maschinen meistens mehrere 100m Papier befinden, und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 2.500m/min, werden die Kameras auf den gleichen Produktausschnitt synchronisiert. Somit kann über den Sprung von Kamera zu Kamera der Fehler bis zu seiner Entstehung lokalisiert werden. Die Kameras laufen dabei kontinuierlich, während gleichzeitig die Bilder hochauflösend analysiert und in schnellen RAM-Speichern zwischengespeichert werden. Erst im Ereignisfall werden aus diesen Speichern, Daten auf die Festplatte übertragen, sodass sie dem Bediener zur weiteren Analyse in gepackter Form zur Verfügung stehen. Ohne ein Paper Web Monitoring System beruht die Fehleranalyse hauptsächlich auf Vermutungen und dem Know-how der Mitarbeiter, um die Ursache des Bahnbruches abzustellen. Es werden viele (falsche) Schritte unternommen, da man nicht genau weiß, welche Aktion die Richtige ist. Die Folge: Weitere Bahnbrüche, geringere Maschineneffizienz und höhere Produktkosten. Web Inspektion oder Bahninspektion hingegen ist die Prüfung des Produktes auf mögliche Fehlstellen, die im weiteren Produktionsprozess negative Einwirkungen auf Folgemaschinen oder Reklamationen der weiterverarbeitenden Kunden zur Folge haben können. Bei diesem System werden die Kameras in CD-Richtung (cross-directional), also quer zur Produktionsrichtung, angeordnet. Die Anzahl der eingesetzten Kameras richtet sich dabei nach der erforderlichen detektierbaren Fehlergröße.

Web Monitoring inkl. Inspektion

Ein integriertes System, wie z.B. ProcemexTwin, erledigt beide Prüfungen mit einem einzigen System, um so bestimmte Fehlstellen im Produkt bis zur Ursache zurückverfolgen zu können. Hierbei ergänzen sich beide Systeme, da die Daten in einer einzigen Datenbank gespeichert werden und so, dass ein System von dem anderen direkt gesteuert werden kann, um zielgesteuerte Aufnahmen durchzuführen. Ein Beispiel: Ein Randeinriss in der Papierbahn von 3mm wird durch die Bahninspektion detektiert. Deshalb werden die Kameras entlang der Maschine ausgelöst, um die vorher gemachten Aufnahmen zu speichern. Die Kameras in Längsrichtung der Maschine werden auf den gleichen Papierausschnitt synchronisiert, um so die Position der Fehlerursache festzustellen (evtl. Faltenbildung in der Pressenpartie). Bei 200 bis 500m Papier in der Maschine kein leichtes Unterfangen. Weitere Vorteile des integrierten Systems sind geringere Ersatzteilhaltung, weniger Schulungsaufwand für das Personal sowie geringerer Wartungsaufwand. Die Wertschöpfungskette endet nicht mit dem Fertigstellen der Papierbahn auf der Papiermaschine. Das Papier wird meist in der Papierfabrik weiterbehandelt, z.B. gestrichen, kalandriert und geschnitten, bis es zur Auslieferung durch den Papierhersteller an den Kunden kommt.

Gegenseitige Hilfe mit Web-Access

Der Trend geht dahin, dass die Bahninspektion in der Maschine an den Beginn des Prozesses verlagert wird, um so möglichst früh korrigierend in den Prozess eingreifen zu können. Bahninspektion an den Rollenschneidern ist z.B. wichtig, weil dort das Produkt die letzte Maschine vor der Verpackung durchläuft. Dies war wegen mangelnder Geschwindigkeit und Platzes bis vor zwei Jahren noch undenkbar. Mit der Entwicklung eigener Kameras gibt es aber heute die Möglichkeit, auch diese Maschinen nachträglich auszurüsten. Noch optimaler ist es, wenn im weiteren Verarbeitungsprozess z.B. in der Druckerei, das gleiche System zum Einsatz kommt. Hier kann der Drucker (auch online mittels Web-Access) Hilfe bei der Produktweiterverarbeitung durch den Papierhersteller erfahren sowie den Hersteller auf Produktprobleme hinweisen. Die gleiche Anwendung in beiden Häusern erleichtert das Verständnis untereinander, weil klar wird, was die Problematiken sind und sie erhöhen somit letztendlich die Effizienz von beiden Produzenten.

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Wie könnte der EMVA1288 Standard auf neue Modalitäten erweitert werden, z.B. multimodale Bildsensoren oder Bildsensoren nicht-linearer Kennlinie?

Anzeige

www.emva.org

Anzeige

Wer Andere oder das Internet befragt hat, ob benötigte Kabellängen in der gewünschten Schnittstelle realisierbar sind, wird überrascht sein, wie viele unterschiedliche Antworten man für die gleiche Frage bekommen kann. Woran liegt das und was ist aktuell wirklich darstellbar?‣ weiterlesen

www.alysium.com

Anzeige

Antonio Belletti (Bild rechts) ist neuer Geschäftsführer von Leuze Electronic Italien. Nach insgesamt 18 Jahren übergibt damit Alessandro Rigerio (links) das Szepter, um selbst in den verdienten Ruhestand zu gehen. Belletti ist bereits seit 1. September an Bord und bringt über 15 Jahre Erfahrung als Sales Manager und Global Account Executiv auf dem italienischen Markt mit in seine neue Position.

leuze.com

Anzeige

GOM veranstaltet 2019 mehrere Veranstaltungen unter dem Titel ‚Wissensforum Kunststoff‘. Die internationale Veranstaltungsreihe soll voraussichtlich an mehr als 40 Orten stattfinden. Den Start macht am 29. Januar der Firmenhauptsitz des Unternehmens in Braunschweig. Ziel ist es, Spezialisten aus der Kunststoffbranche und der optischen Messtechnik zusammenzubringen, um Wissen und Erfahrungen austauschen zu können.

www.gom.com

Anzeige

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Mustererkennung blick auf eine erfolgreiche ‚German Conference on Pattern Recognition‘ zurück. Die bereits 40. Auflage der Konferenz fand vom 09. bis 12. Oktober an der Universität Stuttgart statt. Mehr als 200 Teilnehmer tauschten sich über die wichtigsten Neuerungen aus der Bildverarbeitung und Mustererkennung aus. Dabei standen insbesondere die Trendthemen Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen im Fokus.

gcprvmv2018.vis.uni-stuttgart.de

Anzeige

Framos hat sein globales Partner-Netzwerk um Rhonda Software erweitert, um sein modular aufgebautes Embedded-Vision-Angebot zu vervollständigen.

rhondasoftware.com

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige