Anzeige

Wertschöpfung

Interview Rex Geveden, Geschäftsführer Teledyne Dalsa

Rex Geveden ist seit Mai 2014 Geschäftsführer bei Teledyne Dalsa. Davor war er bereits in verschiedenen Positionen für die Teledyne-Gruppe aktiv und vierzehn Jahre bei der Nasa beschäftigt. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Weltall und der Bildverarbeitung und wie sieht der Kameramarkt der Zukunft aus? Wir wollten dies wissen, und haben nachgefragt.

Sie haben bereits für die Nasa gearbeitet und jetzt für Teledyne Dalsa. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen beiden Unternehmen?

R. Geveden: Es gibt einige Überschneidungen bei der Technologie. Das meiste von dem, was die Nasa im Weltraum tut, gerade in der bemannten Raumfahrt, beinhaltet die eine oder andere Art von Sensoren. Und diese müssen von Organisationen mit der nötigen Kompetenz und Fähigkeit bezogen werden, die für den Weltraum geeignete Sensoren herzustellen. Dalsa ist so eine Organisation. Wir produzieren Hochleistungssensoren und -kameras für den Weltraum und es gibt nur sehr wenige Unternehmen auf der Erde, die das können. Der Mars-Rover Curiosity besaß z.B. elf von Dalsa gebaute Sensoren, die zur Vermeidung von Gefahren während der Landephase genutzt wurden und jetzt zur Navigation eingesetzt werden. Die Nasa und Dalsa haben außerdem ein starkes Engagement für hervorragende Leistungen (‚Exzellenz‘) gemeinsam, das sich in der Qualität der Belegschaft, dem Bewusstsein für dieses Engagement und in den Ergebnissen zeigt. Beide unterscheiden sich aber in Größe und Zielsetzung. Die Nasa wird als sehr große Regierungsbehörde von Projekten getrieben. Dalsa ist, wie es auch sein soll, als Tochterunternehmen einer Aktiengesellschaft stark auf Geschäftsergebnisse ausgerichtet.

Neben Kameras produzieren sie auch Systeme, Software und Image Sensoren, was sie von anderen ‚reinen‘ Kamerafirmen unterscheidet. Warum diese Produktvielfalt?

R. Geveden: Teledyne Dalsa baut zwar Kameras, ich würde uns aber nicht als Kamerafirma bezeichnen. Und es ist auch gar nicht sinnvoll, uns mit anderen Unternehmen zu vergleichen, die einfach nur Kameras entwickeln und herstellen. Unser Erbe liegt in den Sensoren. Dalsa hat seinen Ruf und sein Portfolio um CCD-Sensoren herum aufgebaut. Und wir haben diese Sensoren in unserer eigenen Halbleiterschmiede entwickelt und gebaut. Das tun wir immer noch. Außerdem haben wir eine weltweit führende Produktlinie von CMOS-basierten Röntgenbildsensoren, die für medizinische, zahnmedizinische und industrielle Anwendungen eingesetzt werden. Wir haben äußerst wettbewerbsfähige CMOS-basierte Produkte für das Zeilen- und Flächenscannen in der industriellen Bildverarbeitung (IBV) und wir bauen auch intelligente Kameraprodukte. Schließlich haben wir unter Verwendung der Mikrobolometer-Technologie ein Portfolio von IR-Sensoren und -Kameras, das in unserer Fabrik in Zusammenarbeit mit unseren Kamera-Designteams in Montreal und Waterloo sowie unserer Auslese-Designgruppe in den Niederlanden entwickelt wird. Dalsa deckt also einen weit größeren Teil des elektromagnetischen Spektrums ab, als eine typische Kamerafirma in der IBV. Wir haben Röntgen-, UV-, sichtbare und IR-Produkte. Das kann fast niemand sonst von sich behaupten. Und wir sind vertikal integriert, wie keiner unserer Mitbewerber in der IBV. Wir entwickeln und fertigen viele unserer eigenen Sensoren in unserem eigenen Werk. Wir entwickeln und fertigen unsere eigenen Kameras, oft unter Nutzung unserer eigenen Sensoren. Wir entwickeln Software für die Kamera und für den Host-PC und in manchen Fällen haben wir intelligente Software, die statt eines Bildes eine Entscheidung generiert. Und natürlich vermarkten und verkaufen wir all diese Produkte direkt und über einen zuverlässigen Vertriebskanal. Dementsprechend können wir vom Sensor bis zur Kamerasoftware Wert schöpfen. Wir bieten dem Markt ein deutlich breiteres Produktportfolio, als es typisch ist. Unser Standpunkt ist, dass der Großteil der Wertschöpfung in der IBV auf Sensoren und Software entfällt. Deshalb werden wir auch in Zukunft in diesen Bereichen eine Differenzierung wahren. Wir konzentrieren uns insbesondere auf die Idee der ‚Überlegenheit des Siliziums‘ und bauen spezifische Strategien um dieses Thema herum auf. Die Kamera ist einfach nur ein Teil für die Wertschöpfung in einem bestimmten Bereich.

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Die Basler AG übernimmt mit sofortiger Wirkung 100% der Anteile der Silicon Software GmbH. Die beiden Geschäftsführer Dr. Klaus-Henning Noffz (l.) und Dr. Ralf Lay (r.) werden zukünftig für die Silicon Software GmbH und die Basler AG tätig sein.

www.baslerweb.com

Anzeige

(Bild: Carl Zeiss AG)

Vom 14. bis 15. November findet in Oberkochen die Zeiss Xray Insights 2018 statt. Dabei geht es um die neuesten Entwicklungen aus den Bereichen CT und Röntgentechnologie zur Qualitätssicherung und Prozesskontrolle.

www.zeiss.de

Anzeige

Der Hersteller von 3D-Mess- und Bildverarbeitungslösungen Faro hat die Übernahme von Opto-Tech s.r.l. und seiner Tochtergesellschaft Open Technologies bekannt gegeben.

www.faro.com

Anzeige

Excelitas Technologies hat den Erwerb von Research Electro Optics aus Boulder, USA, abgeschlossen. Das Unternehmen ist auf die Serienfertigung von hochpräzisen Optikkomponenten und -baugruppen, optischer Dünnfilmbeschichtungen und HeNe-Hochleistungslasern spezialisiert.

www.excelitas.com

(Bild: InfraTec GmbH)

Infratec beteiligt sich mit sieben weiteren europäischen Partnern im Rahmen des EU-Forschungsprojektes Spirit an der Weiterentwicklung von Inspektionsrobotertechnologien der nächsten Generation. In dem auf drei Jahre angesetzten Projekt im Rahmen des EU-Programmes Horizont 2020 soll eine Systemlösung entstehen, die mit unterschiedlichster Prüftechnik ausgestattet werden kann. Infratec stellt dazu sein Technik-Know-how rund um die Thermografieprüfung zur Verfügung.

www.infratec.de

Bild: Vision Engineering Ltd.

Vision Engineering feiert diesen Monat sein 60-jähriges Firmenjubiläum. Der Hersteller von Systemen für die Fertigungskontrolle und berührungslose Messsysteme wurde 1958 von Rob Freeman in Großbritannien gegründet, der aufgrund seiner Erfahrungen als Werkzeugmacher im Jaguar-Rennstall das erste Endoskop für die Inspektion von Motorinnenteilen des Unternehmens entwickelte. Vision Engineering beschäftigt heute mehr als 220 Mitarbeiter.

www.visioneng.us

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige