Anzeige
Anzeige
Anzeige

Expertenrunde zum Kamerastandard EMVA 1288

Zu komplex für den Anwender?

Mit dem weltweiten Kamerastandard EMVA 1288 wurde eine Möglichkeit für die neutrale Bewertung von Image-Sensoren geschaffen. Ziel ist es, dem Anwender einen objektiven Vergleich unterschiedlicher Kameras von verschiedenen Herstellern aufgrund standardisierter Messungen zu ermöglichen. Allerdings ist dieser Vergleich nicht einfach und der Standard entsprechend komplex. Zu komplex für die Anwender? Um dieser Frage nachzugehen, traf sich inVISION mit Prof. Dr. Bernd Jähne (HCI, Universität Heidelberg) sowie Experten der beiden Kamerahersteller Allied Vision (Henning Haider) und Matrix Vision (Horst A. Mattfeldt).

Prof. Dr. Bernd Jähne, Heidelberg Collaboratory for Image Processing (HCI)

Henning Haider, Principal Firmware Developer, Allied Vision Technologies GmbH

Horst A. Mattfeldt, Senior Consultant, Matrix Vision GmbH

Ist der EMVA 1288 für Anwender oder Kamerahersteller?

Prof. Dr. Bernd Jähne: Von der Intention her war er als Anwenderstandard gedacht – um die Frage zu beantworten, was die beste Kamera für meine Applikation ist. Es hat sich aber herausgestellt, dass der Standard auch ein enorm nützliches Instrument bei der Entwicklung von Kameras ist. Wenn man begleitend zur Kameraentwicklung die EMVA 1288-Messungen durchführt, werden die ´Kinderkrankheiten´ einer Kamera bereits frühzeitig erkannt und tauchen nicht erst beim Kunden auf. Allerdings ist der Standard derzeit noch bei den Kameraherstellern verbreiteter als beim Anwender, da frei verfügbare Datenblätter nach wie vor noch nicht in der Breite zu bekommen sind.

Henning Haider: Das Messen nach dem EMVA-Standard hat in der Industrie zu einer Verbesserung der Kameraqualität geführt. Jeder Kamerahersteller misst und schaut, dass die nächste Kamera mit dem gleichen Sensor besser ist als als das vorherige Modell.

Horst A. Mattfeldt: Auch wir benutzen die Ergebnisse, stellen sie momentan aber noch nicht auf die Webseite. Allerdings kann man die Werte bei uns anfordern. Auf verschiedenen Veranstaltungen, die wir zu dem Thema gehalten haben, ist deutlich geworden, dass der Standard für den Anwender erklärungsbedürftig ist, auch weil er letztendlich nicht alles abdeckt, um die Frage zu beantworten: ‚Habe ich die optimale Kamera für meine Anwendung‘. Der EMVA 1288 deckt die Qualitätsparameter ab, aber es fehlen noch gewisse Werte. Der Anwender weiß z.B. gar nicht: ‚Reicht die Auflösung für meine Anwendung aus?‘ Das wird derzeit noch nicht beschrieben. Die Leute fragen sehr viel, bis sie sicher sind, dass sie die richtige Kamera haben. Bei der Eignung für den Anwender habe ich daher noch meine Zweifel.

Ist der Standard zu komplex für den ’normalen‘ Anwender?

Jähne: Nein. Das Hauptproblem bei der bisherigen Entwicklung des Standards war, dass wir kein einheitliches Datenblatt hatten. Also ein Datenblatt mit einer klaren Vorgabe, wie die Parameter angeordnet werden müssen. Das ist kurz vor der Fertigstellung. Erste Datenblätter stehen bereits zur Verfügung (http://www.zenodo.org/collection/user-emva1288). Die Komplexität hängt aber an der Vielfalt der Bildsensoren – nicht am Standard. Dem versucht der Standard zu begegnen, indem alle wesentlichen Parameter zukünftig am Anfang des Datenblatts standardisiert auf einer Seite zusammengefasst werden. Natürlich braucht man Grundkenntnisse über Bildsensoren, um den Standard zu verstehen. Daher ist es wichtig, den Anwender weiterzubilden. Dann kann er selbst die für ihn richtige Kamera finden.

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Knapp 150 Firmen, die Bildverarbeitung in (irgendeiner Form in) ihrem Themenspektrum haben, stellen dieses Jahr auf der Automatica aus. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, gibt aber einen sehr guten Überblick über die Teilnehmer aus dem Vision-Bereich, die man in München auf der Messe antreffen kann. ‣ weiterlesen

Anzeige

Anzeige

Matrox Clarity UHD ist ein Framegrabber für einen PCIe-Steckplatz, der einen Mini DisplayPort-, HD-BNC-, HDMI- sowie benutzerdefinierte analoge DVI-Anschlüsse für SD-, HD- und UHD-Videoquellen bereitstellt. Der Grabber kann simultan verschiedene Videoströme wie z. ‣ weiterlesen

www.rauscher.de

Anzeige

GOM Correlate ist eine frei zugängliche Analysesoftware für 3D Testing-Anwendungen und liefert mittels digitaler Bildkorrelation sowie 3D-Bewegungsanalyse detaillierte Auswertungen über Verschiebungen, Dehnungen und Verformungen von Bauteilen unter Belastungen oder in Bewegung. Mit der Software können Filmsequenzen oder Bildserien (*. ‣ weiterlesen

www.gom.com

Anzeige

Dank ihres Aluminium-Gehäuses im 50×50-Design, das mit unterschiedlichen Schnittstellen (CL, GigE-Vision oder USB3) und Sensoren (CCD, CMOS) ausgestattet werden kann, lässt sich die Exo-Kamera optimal an Systemanforderungen anpassen. In der Serie bringen auch die Pregius Sensoren der zweiten Generation ihre Vorteile zur Entfaltung. ‣ weiterlesen

Anzeige

26.809 Fachbesucher aus 92 Ländern besuchten die 30. Control in Stuttgart, was einer Steigerung der Besucherzahlen von +3,5% entspricht. Bereits 25% der Aussteller beschäftigen sich inzwischen mit industrieller Bildverarbeitung. Die in enger Zusammenarbeit mit dem EMVA erstmals installierte Kommunikations-Plattform ‚Control Vision Talks‘ wurde von der QS-Community dabei sehr gut aufgenommen und fand große Beachtung. ‣ weiterlesen

www.control-messe.de

Vom 23. bis 24. Juni 2016 befassen sich in Chemnitz Experten aus den verschiedensten Gebieten auf der Tagung Innteract 2016 mit neuen Lösungsansätzen für eine optimale Mensch-Maschine-Interaktion. Die Tagung wird vom Fachbereich Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement an der TU Chemnitz gemeinsam mit dem Verbund 3Dsensation veranstaltet. ‣ weiterlesen

www.innteract2016.de

Anzeige

Vom 8. bis 10. November findet mit der Vision erneut die Weltleitmesse der Bildverarbeitung in Stuttgart statt. Mehr als die Hälfte der Aussteller (53%) kommen dieses Jahr aus dem Ausland. Einen starken Zuwachs zeigt sich auch bei chinesischen Ausstellern. ‣ weiterlesen

www.messe-stuttgart.de

Anzeige

Der CTR-50 dient für die externe Ansteuerung von LED-Modulen im Blitz- oder Dauerlichtbetrieb. Konfiguration und Bedienung erfolgen über Drehschalter, die Stromversorgung mit 24V. Alle Beleuchtungen werden zuverlässig erkannt und die Rsense-Technologie ermöglicht einen sicheren Betrieb der LEDs. ‣ weiterlesen

www.rauscher.de

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige